 | ' Lebwohl, du heiterer Schein! ' - Blindheit im Kontext der Romantik.
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Amazon.fr in Frankreich. ASIN=3826023064, Category: Philosopy, Language: D, cover: PB, pages: 280, year: 2002"Wie in seiner Schrift
Das Sehen in subjektiver Hinsicht, von Purkinje*
(1819, veröffentlicht 1824) zu entnehmen ist, hatte er sich selbst mit reinem Schauen in die unerforschte Tiefe gewagt:
Von der Produktivität solcher innern, vor die Augen gerufenen Bilder bliebe mir manches zu erzählen. Ich hatte die Gabe, wenn ich die Augen schloß [!]
und mit niedergesenktem Haupte mir in der Mitte des Sehorgans eine Blume dachte, so
verharrte sie nicht einen Augenblick in ihrer ersten Gestalt, sondern sie legte sich
auseinander, und aus ihrem Innern entfalteten sich wieder neue Blumen aus farbigen,
auch wohl grünen Blättern; es waren keine natürlichen Blumen, sondern phantastische,
jedoch regelmäßig wie die Rosetten der Bildhauer.
Aus diesen Zitaten wird meiner Ansicht nach deutlich, dass wahres Erkennen nur dem Auge des 'Geiste'** vorbehalten ist."
-- Zitat, p124
*) Purkinje wird u.a. auch in Rudolf Steiner - ein Kommender
von Karen Swassjan erwähnt.
**) [Ausschnitt aus der Fussnote 21, p124] Jean Paul definiert es in seinem unvollendet gebliebenen Roman Der Komet so:
"Das geistige Auge wird durch das körperliche vorgebildet, das die Tränenwege täglich befeuchten müssen,
damit die Tränen ihm Beweglichkeit geben, die Lichtstärke mildern und aus ihm
fremdartige und feindselige Körper sanft forttreiben. Wir bemerken es nicht,
dass wir eigentlich den ganzen Tag weinen - ich rede vom körperlichen Auge." Paul 1963 [1820ff]
Buchbeschreibung
Blindheit ist im Zeitalter des Idealismus und der Romantik ein zentrales Thema nicht nur der Medizin, sondern auch der Künste und Literatur, der Philosophie und der Theologie. Die literarische Thematisierung umfaßt geradezu unendliche Sinnkomplexe. Sie ist eng verknüpft mit Poetiken des Sehens und wird gespeist aus religiösen, philosophischen, kunstgeschichtlichen und medizinischen Quellen. Viele Motivkomplexe spielen in der Geschichte menschlicher Ängste eine herausragende Rolle. Sie berühren sich häufig mit der Melancholie, die in literarhistorischen Forschungen vor allem zum 18. und frühen 19. Jahrhundert zwar eingehend behandelt wurde, doch in der Verbindung mit dem Blindheitsmotiv erst in dem hier vorliegenden Buch umfassend untersucht wird. Es steht in der geisteswissenschaftlichen Tradition der Motivgeschichte, doch werden auch neuere Fragestellungen der Literatur- und Kulturwissenschaft, der historischen Anthropologie und insbesondere der Wissenschaftsgeschichte miteinbezogen.
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| Über die Autorin: Dr. Alexandra Hildebrandt, geb. 1970, studierte Literaturwissenschaft, Psychologie und Buchwissenschaft. Konzerntätigkeiten und Lehraufträge in den Bereichen Bildungs- und Kommunikationsmanagement. Sie ist erfolgreiche Publizistin zahlreicher Sachbücher und Beraterin für Führungskräfte in den Bereichen Wissens- und Ideenmanagement, Präsentation und Körpersprache. Zahlreiche Beiträge für Funk und Fernsehen.
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(Last script-update: 29-Jun-2010)
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